Projektmacherin

Als ich wieder einmal am Deutschen Eck in Koblenz stand, den Touristen beim Fotografieren eines der Wahrzeichens der Stadt zusah, meinen Blick über den Rhein auf die Festung schweifen ließ, war mir plötzlich klar: Ich würde so gern anderen Menschen von meiner Stadt erzählen, dazu einladen, Koblenz zu entdecken, vielleicht sogar zu bleiben. Die Idee blieb hängen, geisterte wochenlang durch meinen Kopf, verfestigte sich. Und nach und nach entstand das Konzept für dieses Foto-Geschichten-Projekt.

Koblenz ist für mich eine liebenswerte Stadt, eine Stadt zum Leben, zum Besuchen, zum Wohlfühlen. Sicher aber auch für viele andere Menschen, die in dieser bunten Stadt leben. Diese möchte ich mit diesem Projekt ermutigen, ihre Stadt vorzustellen, ihren Lieblingsplatz zu zeigen, ihr Gefühl von Angekommen sein zu beschreiben, ihre Wünsche, auch ihre Sorgen und Kritik zu äußern: Sich einzulassen auf die Stadt an Rhein und Mosel, sich mit ihr auseinander zu setzen, sie vorzustellen oder selbst neu zu entdecken. Ich würde mich freuen, wenn sich viele an diesem Projekt beteiligen, zeigen, was ihren Ort so liebenswert macht.

In diesem Projekt werde ich Interviews führen und die Fotos machen, anschließend die Geschichten schreiben, den Blog gestalten. Die Fotoaufnahmen im Projekt hat von März bis August 2017 der Fotograf Günter Weber übernommen. Ich habe mich sehr gefreut, dass Günter so spontan und begeistert zugesagt und das Projekt zunächst fotografisch begleitet hat. Ich danke ihm für die schöne gemeinsame Zeit. Nach der Trennung der Projektmacher im August 2017 bin ich nun fotografisch gut gerüstet und werde das Projekt alleine weiterführen.

Als ich 1991 zum ersten Mal in Koblenz war, führte mich, wie sicher viele andere Besucher dieser Stadt auch, einer meiner ersten Wege direkt zum Deutschen Eck, einem der Wahrzeichen dieser Stadt. Ich hatte vorher viel darüber gelesen, war aber dennoch beeindruckt von der Größe dieses Denkmals, fasziniert vom Blick auf die Festung Ehrenbreitstein hoch über dem Rhein. Aber noch emotionaler war für mich der Blick auf den Zusammenfluss von Rhein und Mosel, auf den Flussverlauf des Rheins, die Einzigartigkeit der Landschaft und die Ruhe, die dieser Anblick in mir seinerzeit auslöste. Ich hatte ganz plötzlich den Gedanken, dass Koblenz auch eine Stadt zum Leben sei, ohne zu wissen, dass ich drei Jahre später dort leben würde. Noch heute gehe ich gerne an diesen Ort von 1991 zurück, oft wenn ich nachdenken oder ausspannen mag, wenn Entscheidungen anstehen. Und noch immer empfinde ich dort diese Ruhe.

Heute ist Koblenz mein Zuhause. Ich mag diese Stadt, ihre Facetten, das Schöne wie weniger Schöne, die Menschen und ihren „Koblenzer Charme“. Ich bin angekommen in dieser Stadt. Das hat viele Jahre gedauert, ist langsam gewachsen, aber jetzt bin ich Hier! Und ich werde bleiben.

Hinweis: Im August 2017 haben sich die Projektmacher getrennt:
Das Projekt geht weiter

Foto: Henny Monzel Ellermann

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Bettina Manuela Lange, PR-Referentin, Archivarin | Fotografie entdecken | Bilder erzählen
Lieblingsplatz: Deutsches Eck