Eva: Koblenz – Stadt meines Herzens

Eva, August 2017

Was gefällt dir denn an dieser Stadt so besonders?, frage ich direkt zu Beginn des Gesprächs.
Koblenz ist meine Geburtsstadt, hier leben meine Familie, meine Freunde – das ist mir sehr wichtig und trägt zum Wohlfühlen bei. Ich bin eben stark verwurzelt. Die Stadt ist überschaubar und hat doch alles, was man zum Leben braucht. Und ehrlich, seit der BUGA 2011 hat die Stadt enorm gewonnen, hat sich entwickelt, heraus geputzt, nicht nur für die Touristen.
Schaut doch einfach nur mal auf den Stadtteil Ehrenbreitstein,
sagt sie stolz und voller Überzeugung, früher hätte ich mir nie vorstellen können, dort zu wohnen und heute lebe ich in diesem Stadtteil mit meiner Familie inmitten von Kultur, Cafes, dem Markt.

Lange Tafel am Koblenzer Schloss, August 2017

Und warum ist die „Lange Tafel“ dann dein Lieblingsplatz?, stelle ich die nächste Frage. Jetzt überlegt Eva, schaut lange Richtung Schloss, bevor sie mir erzählt, dass sie mit diesem Platz ganz besondere persönliche Ereignisse verbindet, wie ihren Jungesellinnenabschied, die Trauung im Schloss oder auch das Picknicken mit der Familie und Freunden. Na, und heute mit den Kindern liebe ich natürlich auch den Spielplatz gegenüber, sagt die fröhlich, auch wenn es hier immer sehr sonnig ist und das Anbringen eines Sonnensegels eine gute Idee wäre.

Wäre das einer deiner Wünsche an die Stadt?
Ja, das wäre sicher eine gute Sache, aber wenn ihr schon nach meinen Wünschen fragt, fallen mir sofort günstige Parkgebühren und ein attraktiver Nahverkehr ein. Busfahren ist hier nämlich sehr teuer. Und ein richtiger Herzenswunsch wäre ein „Eltern-Kind-Cafe“ mitten in der Stadt, vielleicht sogar mitten in der Altstadt. 

Es ist hier so schön wie im Urlaub.

Für Eva ist es hier manchmal wie im Urlaub, erzählt sie mir und bringt auch gleich ein Beispiel. Als ich letztes Jahr mit meinem Sohn an einem Sommertag morgens nach dem Besuch beim Bäcker auf dem Spielplatz am Ehrenbreitsteiner Rheinufer saß und auf die vorbeifahrenden Schiffe schaute – was sehr entschleunigend ist-  dachte ich plötzlich wir wären im Urlaub. Auch an anderen Orten in der Stadt denke ich des Öfteren, dass es hier so schön ist wie im Urlaub.

Dennoch fällt es Eva nicht leicht, mir den einen Lieblingsplatz in Koblenz zu benennen. Es gibt so viele schöne Plätze, erklärt sie und benennt diese eifrig: der Statt-Strand Koblenz, die Treppenstufen am Rheinufer vor dem Schloss, die Rheinpromenade. Einem Fremden würde Eva allerdings zunächst ihren Stadtteil Ehrenbreitstein zeigen und dann mit der kleinen Fähre auf die gegenüberliegende Seite des Rheins schippern, einen Altstadtbummel machen hin zum Schängelbrunnen, anschließend mit der Seilbahn hinauf auf die Festung Ehrenbreitstein gondeln, damit der Fremde den wunderbaren Blick über die Stadt genießen und dabei selbst erleben kann, was Koblenz für sie so faszinierend macht. Und natürlich würden wir in der Altstadt ein Eis essen, und das ganz sicher bei eGeLoSia, fügt sie noch schmunzelnd hinzu.

Und was würdest du einem Fremden über deine Stadt sagen?
Koblenz ist lebenswert, hat alles, ich bin mit der Stadt und deren Angeboten sehr zufrieden und darum werde ich auch hier bleiben, antwortet Eva stolz.

Sie findet es toll, dass die Stadt Angebote für Jedermann hat. Allein an den Wochenenden kann man hier so viel erleben, erzählt sie begeistert. Es gibt so viele Veranstaltungen, das Gauklerfest, das Altstadtfest, die Landpartie, die Angebote speziell für Kinder, wie die Ausstellungen im Landesmuseum auf der Festung… Manchmal weiß man gar nicht so recht, für welche Veranstaltung man sich entscheiden soll. Und das Koblenz auch eine Stadt ist, in der man als Familie mit Kindern sehr gut leben kann, davon ist die junge Frau überzeugt.

Und die Menschen in Koblenz, wie sind sie?, möchte ich von Eva wissen. Jetzt schaut die Koblenzerin etwas skeptisch. Ich weiß gar nicht so recht, was ihr genau von mir wissen wollt, fragt sie zögernd. Die Menschen hier sind genau so wie anderswo, nicht irgendwie spezieller. Wir sind freundlich, offen und authentisch. 

Wir sitzen in der Abendsonne und plaudern weiter gemütlich über Evas Heimatstadt. Sie erzählt mir, dass sie sehr oft in der Stadt mit ihrer Familie unterwegs ist und nicht gerne auf dem Land leben möchte, dass sie die sogenannte „Schäl Sick“ (rheinisch für „scheele/falsche Seite“ des Rheins) mehr liebt als die anderen Stadtteile und sich ganz bewusst für das Leben im Stadtteil Ehrenbreitstein entschieden hat, dass sie von Anfang an für die BUGA in Koblenz gestimmt und sich später für den Erhalt der Seilbahn eingesetzt hat. Und wir spüren dabei, gerade durch die Wahl ihrer Worte, wie sehr Eva in Koblenz zuhause ist.

Die Zeit im Gespräch vergeht rasend schnell und ich bitte Eva abschließend, mir Koblenz mit fünf Worten oder Sätzen zu beschreiben. Für Eva ist Koblenz nicht zu groß und nicht zu klein, sehenswert, liebenswert und mit viel kultureller Vielfalt. Und dann, ganz zum Schluss, sagt Eva diesen einen Satz, der das, was sie mir an diesem Nachmittag erzählt hat, auf den Punkt bringt: Koblenz ist die Stadt meines Herzens!

Mit Eva im Gespräch, August 2017

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Eva Geisler, Jg. 1981, Redakteurin in Elternzeit
Lieblingsplatz: Lange Tafel am Koblenzer Schloss

(Beitrag von Juni im August 2017 bearbeitet, mit neuen Fotos)

 

 

1 Kommentar

  1. „Schäl Sick“ bedeutet nicht „falsche Seite“.
    „Schäl“ ist im rheinischen Dialekt „blind“
    Es ist die „blinde Seite“ von dort spiegelt sich die Sonne im Rhein
    und blendet die linke Rheinseite

    Kompliment…super Bilder und schöne Berichte

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